„Eigentlich könnte man Baden-Baden in „Bauen-Bauen“ umbenennen“

26März
2019

Hans Amarell, FBB, kommentiert hier die Mobilitätsstudie der Stadt. Und beklagt erdgebundene Experten mit wenig Fantasie. Sein Vorschlag: eine Seilbahn für Baden-Baden!

„Es ist richtig: Was Baden-Baden braucht, ist ein schnelles öffentliches Verkehrsmittel, welches Besuchern und Pendlern eine Alternative bietet, um einfach, schnell und preisgünstig in die Innenstadt zu kommen. Ist die vorgestellte Mobilitätsstudie für Baden-Baden brauchbar?

Wo bleibt der gesunde Menschenverstand?

Ja, die S-Bahn ist vom Tisch. Aber hätte man das nicht auch einfacher und ohne Kosten haben können? Es gibt doch bestimmt bei der Gemeinde Experten, die zu den gleichen Argumenten kommen konnten? Wie wäre es denn, würden die Busse auf Schienen fahren? Die praxisorientierten Busfahrer hätten bestimmt brauchbare Antworten gegeben. Man sollte meinen, dass man in Baden-Baden entscheidet, ohne den einfachen und gesunden Menschenverstand einzuschalten und sich durch „Expertenstudien“ der Verantwortung entziehen will. Als wirklich brauchbares, aber diskutables Ergebnis kommt die Studie zu dem Vorschlag einer Busspur.

Es sind jedoch noch Fragen zu beantworten

- Wie lange wird der Umbau dauern?
- Wie sehr wird der Verkehr dabei gestört?
- Wie gestaltet sich der Straßenverkehr dann im Alltag?

Zu viele Baustellen in der Stadt

Ich habe wirklich genug von Straßenbaustellen. Seit 2015 lebe ich in Baden-Baden und kenne es nur damit: Ooser Bahnhofstrasse, Ooser Kreisel, Leo, Schwarzwaldstraße, Ooser Hauptstrasse, Kuppenheimer Straße und die B500. Bis heute bin ich nicht nach Baden-Baden reingefahren, ohne mindestens zwei Baustellen überwinden zu müssen. Eigentlich könnte man Baden-Baden auch in „Bauen-Bauen“ umbenennen, werden wir doch von der Bauwirtschaft regiert.

Wie den Verkehr entlasten?

Aber es stimmt und die Studie hat es aufgezeigt: Wir brauchen eine Entlastung des Straßenverkehrs zwischen Bahnhof und Lichtental. Und wieder droht eine jahrelange Verkehrsbehinderung – und das auf der Hauptzufahrt. Es gibt aber einen weiteren Lösungsansatz: Befreien wir uns aus den üblichen „straßenbaugebundenen Denkschienen“, leisten uns etwas Fantasie und suchen offen und vor allem unvoreingenommen im Internet.

Ideen aus anderen Städten

Ähnliche Verkehrsprobleme wie Baden-Baden haben auch Köln und München. Die haben schon 2018 eine Studie zur „Urbanen Seilbahn“ in Auftrag gegeben. „Schweben in die Innenstadt“ hört sich doch gut an.
Wir sollten auch dieses Thema in Angriff nehmen und auf Realisierung prüfen. Im Internet findet man sehr schnell Firmen, die schon seit Jahren die „Urbane Seilbahn“ weltweit installieren und maßgeschneiderte Lösungen mit praxiserprobter Technik anbieten.

Die Vorteile, die genannt werden, sind bestechend

- Der Verkehr wird in der Bauphase wesentlich weniger bis gar nicht gestört
- Es entstehen weniger als 1/3 der Kosten zur vergleichbaren „S-Bahn Lösung“
- Nahezu lautloser Betrieb
- Schnellere Personen- und Güterbeförderung
- Keine Emissionen

Eine denkbare Alternative

Für Baden-Baden ginge, auch während der Bauphase, der private und öffentliche Personennahverkehr ungestört weiter wie gehabt. Für eine „Urbane Seilbahn“ sind andere und einfachere Wege möglich. Ist sie dann in Betrieb, kann man die realen Auswirkungen auf die Busauslastung und den PKW-Verkehr bewerten und gezielt reagieren. Eine effektivere Studie kann von solchen Firmen sehr preiswert im Rahmen eines Kostenvoranschlags erstellt werden und Möglichkeiten aufzeigen, an die bisher keiner denkt.

In die Stadt schweben

Der PKW wird im „Park and Ride“ am Bahnhof geparkt. Jeder kann sich entscheiden, ob er mit wenigen Haltestellen direkt in die Innenstadt „schwebt“ oder einen Bus nimmt. Übrigens: Die genannte mögliche Lösung mit der „Urbanen Seilbahn“ ist ein Ergebnis einer halbtägigen Internet-Recherche. Diesen „schwebenden“ Gedanken möchte ich jetzt zur Diskussion stellen. Es lohnt sich bestimmt.“