Kein Herz für Kinder in Baden-Baden

22Juni
2017

Es ist ein unerträglicher Skandal, wie die Stadt Baden-Baden mit ihren Kindern umgeht.

Eltern müssen extrem hohe Kindergartenkosten zahlen, die sich in den nächsten Jahren auch noch drastisch erhöhen werden. Fast scheint es so, als sei es der Stadt wurscht, ob ihre Kinder sozial versorgt werden können.

Beispiel Kindergarten: die Regelgebühren für Kinder ab 3 Jahren sind nur scheinbar gering: aktuell liegen sie bei 103 Euro pro Kind. Dazu kommt jedoch das Essen – wer da zwei Kleinkinder hat, kommt leicht auf über 400.- Euro. Das ist viel für Eltern. Und die Gebühren sollen sogar erhöht werden: in den nächsten beiden Jahren um 10%.

In extremen Ausnahmefällen (bei Einkommen nahe dem Mindestlohn) gibt es zwar Ermäßigungen, aber das Kindergartengeld ist für junge Eltern schon eine harte Belastung – bei mehreren Kindern an der Schmerzgrenze. Wieso eine reiche Stadt, die Baugruben auf dem Leo zuschüttet und dafür gigantische Summen bezahlt, eine Stadt, die für die Leosanierung fast doppelt so viel ausgibt, wie ursprünglich geplant, wieso dieses breithüftig regierte Baden-Baden, das seinen reichen Bürgern soviel Baugrund zuschustert, indem sie es bedürftigen Bürgern vorenthält – kurz: warum dieses überalterte Baden-Baden seinen jungen Bürgern nicht endlich hilft: das ist eine offene Frage und mithin ein Skandal.

Es geht ja nicht nur um ein wenig mehr Geld für Kindergärten. Es geht auch darum, dass Kitaplätze schlicht fehlen. Und es geht darum, dass Sozialarbeiter in den Schulen fehlen, was sogar unser amtsmüder Bürgermeister Geggus einsieht. Wir helfen unseren Kindern in Baden-Baden nicht. Woanders, selbst in Rastatt macht man das wirkungsvoller.

Was fehlt in der obersten Etage der Stadtverwaltung ist ein Herz für Kinder. Kindern wird erst geholfen, wenn sie mit dem Rollator ins Rathaus kommen. Klar: bei Kinderfesten wird jede Menge Sozialgesülze abgeliefert, aber praktisch wird für junge Familien kaum etwas gemacht. Und den vielen (überdurchschnittlich vielen) alleinerziehenden Eltern in unserer Stadt wird ebenfalls nicht wirklich und durchgreifend geholfen, einfach weil diese Leute keine Lobby haben.

Kürzlich stellte Stadtrat Heinrich Liesen einen Antrag, wenigstens die Kindergartenbeiträge nicht zu erhöhen, denn die Freien Bürger für Baden-Baden (FBB) sind der Überzeugung, dass Familien mit Kindern endlich auch in Baden-Baden geholfen werden muss. Und was geschieht? Die CDU (diese Christen!) lehnten den Antrag ab. Basta. Die denken halt, wer Kinder hat, ist selber schuld.

Die FBB denkt: wir brauchen diese Kinder, wir wollen diese Kinder. Und die Eltern sollten nicht dafür bestraft werden, dass sie Kinder in die Baden-Badener Welt hineinsetzten.

Foto: Ben Becher