Gesundheitsgefährdender Lärm und gefährlicher Bauschutt: offener Brief an die Oberbürgermeisterin

04Dezember
2018

Anwohner der Wörthstraße schlagen Alarm: In einem offenen Brief hat sich Hans Amarell, FBB-Mitglied und Betroffener, nach langem vergeblichen Warten an die höchste Stelle im Rathaus gewandt. Hier drucken wir seinen Brief ab.

Gesundheitsgefährdender Lärm durch LKW und gefährlicher Bauschutt in der Wörthstraße

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Mergen,

dies ist ein Schreiben im Namen von 65 Anwohnern der Wörthstraße.
Eine Liste mit den Unterschriften liegt bei.

Seit Februar 2018 betreibt die Firma Kühl aktiv in unserem Wohngebiet an der Wörthstraße einen Containerumschlagplatz für Bauschutt.
Wir können nicht verstehen, dass die Stadt Baden-Baden so etwas genehmigt.
Für ein Mischgebiet, wie es für die Wörthstraße ausgewiesen ist, gilt ein Immissionsgrenzwert am Tag von 64 dB(A).
An Krankenhäusern, Schulen, Kurheimen und Altenheimen (es wird ja direkt gegenüber vom THW Gelände eine Seniorenresidenz gebaut) gelten tagsüber 57 dB(A).
Die Emissionen eines LKW liegen zwischen 80 dB(A) und 100 dB(A), überschreiten also mehr als deutlich die Grenzwerte.
Der Radlader, der stundenlang den Bauschutt umlädt und LKW belädt, hat Emissionswerte von 92-107 dB(A).
Das Abladen und Umstellen der Container ist mit äußerst lautem Knallen verbunden.
In den angrenzenden Wohnungen spürt man die davon ausgehenden Vibrationen.

Auf der Homepage der Firma Kühl liest man, dass auch „gefährlicher Abfall wie Glas- und Steinwolle, Asbestabfall, Holz A4 (Holzfenster und imprägniertes Holz), teerhaltiger Straßenaufbruch, Bodenaushub und Bauschutt mit schädlichen Verunreinigungen, etc.“ entsorgt wird.

Sowohl der Lärm als auch der „gefährliche Abfall“ sind gesundheitsgefährdend.

Die neuen Bewohner waren 2017 so glücklich, solch schöne, neue Wohnungen zu beziehen, aber jetzt …?

Sie Frau OB Mergen und Herr Schübert sind seit Juli zu diesem Thema informiert, das Bauordnungsamt schon seit dem 27.4.2018. Wir sind sehr verwundert, dass Sie für eine Abhilfe bei so klarer Sachlage so lange brauchen und ihre Verantwortung zum Schutz der Gesundheit der Bürger nicht wahrnehmen.

Wir fühlen uns wie Anwohner einer Müllkippe, zu der täglich LKW mit gefährlichen Bauschutt fahren.

Wir bitten Sie dafür zu sorgen, dass die Firma Kühl ihre Tätigkeiten in der Wörthstraße umgehend einstellt.

Mit freundlichen Grüßen
Hans Amarell
sowie weitere 64 Anwohner der Wörthstraße