Das Obstgut am Leisberg

23Februar
2017

und die Frage, wer das Obstgut wieder aus seinem Dämmerschlaf erweckte.

Jahrzehnte gammelte das Obstgut am Leisberg vor sich hin. Die Tore blieben verschlossen, als ob dieses an die Lichtentaler Allee anschließende Paradies aus Waldrand und Streuobstwiese sozusagen vergessen werden sollte. Das funktionierte gar nicht schlecht.

Der Grund für diese Strategie war schlicht und einfach eine Spekulation á la Baden-Baden: Teile des Gemeinderates (insbesondere die CDU) fanden: Schluss mit der nutzlosen Obstbaumwiese, wer braucht heute noch angegammelte Äpfel – wir machen daraus ein Baugebiet für Millionärsvillen. Denn die Obstbaumwiese liegt prominent und direkt an der Lichtentaler Allee mit einem Traumblick auf den Merkur. Wer weiß, wie viel versteckter Gewinn in dem verwilderten Gelände verborgen ist.

Millionen jedenfalls.

Schon vor Jahren dachte der damalige Forstchef, lasst uns stattdessen das Obstgut wieder für die Bürger öffnen, und zwar ohne viel Kapital zu verschwenden. Der städtische Forst wollte der Stadt das komplette Obstgut für 1 DM abnehmen, durch den Forst fast umsonst in Ordnung bringen lassen, die Wiesen umsonst verpachten (und so pflegen lassen) und dann das Gut als Naturparadies mit Apfelbäumen für die Bürger öffnen.

Kosten: alles zusammen gerechnet 1 DM für die Stadt.

Danach geschah: nichts. Das Obstgut Leisberg blieb geschlossen, ein verwunschenes, immer mehr vergessenes Paradies direkt an der Lichtentaler Allee.