Panik und Schlussverkauf beim Neuen Schloss

29September
2017

Nein, weder die Gemeinderäte noch die Bevölkerung wollen, dass das windige Spiel um das Neue Schloss immer weitergeht. Und wie kann es sein, dass die Oberbürgermeisterin einen Ausverkaufsversuch ums Neue Schloss herum veranstaltet? 

Verkauf des Schlossparks (für 15 Millionen, damit unser Neues Schloss doch noch zum Hotel umgebaut werden kann?) das ist doch so, wie wenn Konstanz den Bodensee verkaufen will, um seinen Hafen zu finanzieren – eine total abwegige Idee, die da der OB gekommen ist in irgendeiner verzweifelten Stunde.

Nein! Die Sache muss zurückgedreht werden! Nicht noch weitergetrieben! Jetzt geht es um die Substanz dieses Kulturdenkmals, um das ganze Neue Schloss samt seinem leider verlotterten Schlosspark. Jetzt müssen die staatlichen Träger ran, um dieses historische Denkmal zu retten. Und ein Runder Tisch muss her, der Nutzungslösungen für dieses hervorragende historische Gebäude findet.

Und wo übrigens sind all die Dinge verblieben, die im Neuen Schloss verbleiben mussten, die Teil des Denkmals sind? Historische Gegenstände, und die Ahnengalerie? Wo? Ausgelagert? Die Denkmalbehörden hatten das verboten und deshalb ein ausdrückliches Verbringungsverbot verhängt. Die Fraktion der Freien Bürger für Baden-Baden (FBB) hat deshalb einen Eilantrag gestellt.

„Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

im großen Festsaal im Neuen Schloss ist die Ahnengalerie der Markgrafen von Baden untergebracht. Diesbezüglich gibt es ein Verbringungsverbot. Die FBB bittet um Offenlegung und Beantwortung folgender Fragen:

  • Welches Inventar wurde aus dem Neuen Schloss ausgelagert und gibt es dazu eine Inventarliste? 
  • Wo und wie sicher ist das Inventar gelagert? 
  • Hat die Eigentümerin einen Vorschlag an die Verwaltung unterbreitet, das Inventar als Leihgabe an die Stadt zu übergeben oder sogar zu verkaufen, und hat sie vor, den Lagermietvertrag zu kündigen. (Falls es einen solchen gibt.) 
  • Nach unseren Informationen ist auch die Ahnengalerie der Markgrafen von Baden ausgelagert. Wurde seitens der Verwaltung die richtige Lagerung dieser für das Land Baden äußerst wichtigen Kunstschätze geprüft? Ist es richtig, dass Frau Fawzia Al-Hassawi überlegt, die Kosten der Einlagerung auf die Stadt zu überlagern?

Klar ist doch, dass es ein Verbringungsverbot gibt und ausschließlich der Eigentümer diese Kosten zu tragen hat. Für eine zeitnahe Beantwortung dieser Fragen im Laufe der nächsten Tage wären wir Ihnen sehr verbunden.

Mit freundlichen Grüßen
Freie Bürger für Baden-Baden e.V.
Martin Ernst
Stadtrat und Geschäftsführer der FBB

Foto: Ben Becher