Der Kampf um Windkraft geht weiter …

26Januar
2018

Es scheint Ruhe eingekehrt zu sein, was Windkrafträder auf Baden-Badener Gebiet betrifft.

Windkraft in Baden-Baden lehnte die Fraktion der Freien Bürger für Baden-Baden von Anfang an ab.

Allerdings droht nun weiter der Standort in Gernsbach, nämlich auf dem Hummelsberg, direkt oberhalb von Schmalbach. Wir sprachen mit Cornelia von Loga, einer Repräsentantin der Bürgerinitiative Windkraft-freies Grobbachtal. Was in Gernsbach passiert, könnte uns prinzipiell egal sein, denn es geschieht ja auf Gernsbacher Gemarkung, Frau von Loga. Allerdings ist es faktisch so, dass die kompletten Auswirkungen der dortigen Planungen ausschliesslich unseren winzigen Baden-Badener Stadtteil Schmalbach betreffen. Dort kann man (sollten sie denn gebaut werden) diese Windkrafträder nicht nur hören, sondern die Windräder stehen dort so, dass es ständige Verschattungen gibt, wenn die Blätter der Windräder sich vor dem Sonnenlicht drehen, und zwar ständig. Wenn man sich das vor Ort einmal zeigen lässt, kommt es einem ziemlich grausig vor.

Das kann uns in Baden-Baden also nicht ganz egal sein – Frau von Loga:

von Loga: Nein, das kann uns nicht egal sein, da Baden-Baden direkt betroffen wäre. Die Fläche ist zwar auf der Gemarkung Gernsbach, deswegen hat Baden-Baden da auch nicht viel mitzureden, aber die Fläche ist so nah an Baden-Baden dran, dass Baden-Baden direkt von den Auswirkungen betroffen wäre. Insbesondere Schmalbach und der hintere Teil von Oberbeuren, wo die Menschen die Windräder zu hören bekämen und in Schmalbach zu spüren bekommen, da Schmalbach nur wenige hundert Meter von der Fläche entfernt ist. Trinkwasserquellgebiete sind betroffen. Aber – und das betrifft ganz Baden-Baden- ist die Optik ganz massiv: die Anlagen sind inzwischen bis zu 240 Meter hoch, stehen auf Bergkämmen, dominieren also die Aussicht auf mehrere Kilometer. Von vielen bekannten Aussichtspunkten in Baden-Baden wie dem Merkur, vom Fremersberg aus wäre die Aussicht dominant zu sehen und damit wäre nicht nur die Innenstadt, sondern weite Teile Baden Badens optisch betroffen sondern damit natürlich auch die Weltkulturerbebewerbung.

Frage:  Gernsbach hat den Platz sozusagen baurechtlich bereits genehmigt, Da kann man kaum noch etwas tun. Was macht diese Windräder für Kommunen und die Besitzer der Grundstücke (hier handelt es sich um Wald) eigentlich so rentabel? Und was schaut dabei raus?

von Loga: Man kann Geld damit verdienen. Derjenige, der seine Fläche dafür hergibt, verdient an der Pacht. Für jedes Windrad sind das fünfstellige Summen. Und das summiert sich dann natürlich. Da muss man nicht viel für tun, das Geld kommt rein. Vermeintlich tut man was Gutes gegen den Klimawandel, für den Umweltschutz. Das ist aber bei uns nicht oder kaum der Fall, weil hier so wenig Wind weht, dass der Beitrag für einen spürbaren Effekt gegen den Klimawandel gegen Null tendiert. Die Gefahren für die Umwelt und für die Anwohner sind aber real und können überhaupt nicht wegdiskutiert werden. Sie sind da, wenn die Windräder gebaut werden.

Frage: Für Waldeigentümer und Gemeinden geht es also um eine fette Rente, die so lange bezahlt wird, wie das Windrad sich dreht. Wie kann da eine arme Bürgerinitiative gegenhalten?

von Loga: Wir versuchen Überzeugungsarbeit zu leisten. Wir haben festgestellt, dass in der Öffentlichkeit sehr wenig über das Gesamtbild der Argumente bekannt ist. Wir versuchen einfach, Fakten zu sammeln und zu kommunizieren. Wir halten uns dabei ausschließlich an Fakten, davon gibt es sehr viele. Und deshalb können wir auch Fakten und Argumente für sich sprechen lassen. Und damit haben wir auch den Großteil der Bevölkerung, die es betreffen würde, überzeugt. Denn die Gefahren und die Risiken werden leider viel zu wenig kommuniziert.

Frau von Loga wir danken Ihnen für dieses Gespräch!

Foto: Ben Becher