„Das Gymnasium Hohenbaden muss durch Geldmittel unterstützt werden“

05November
2019

Bereits September wandte sich die bisherige Elternsprecherin, Katrin Korch, in einem Brief an die Oberbürgermeistern. Ihr Anliegen: die Raumnot und den Renovierungsstau endlich anzugehen und Gelder dafür im Haushalt 2020/21 einzuplanen. Ihr Schreiben blieb bislang unbeantwortet. Wir sprachen mit Katrin Korch.

Im kommenden Jahr wird das Gymnasium Hohenbaden 150 Jahre alt. Die Schule startet gerade die Feierlichkeiten zum Jubiläumsjahr und plant, jeden Monat eine Veranstaltung aus diesem Anlass anzubieten. Einige davon sollen auch in der Aula und mit einem größeren Personenkreis stattfinden. Allerdings war diese aus Brandschutzgründen für Veranstaltungen mit einem Personenkreis über 60 Personen gesperrt. Schüler, Eltern und Lehrer treiben schon seit langem viele Sorgen um.

Frau Korch, was sollte Ihrer Meinung nach geschehen, um die Raumnot am Hoba zu lindern? 

Katrin Korch: „Es sollte endlich eine räumliche Erweiterung geschaffen werden, damit die Hoba-Schüler alle in ihrem Schulhaus unterrichtet werden können. Der Oberstufenraum wurde geschlossen, das Lehrerzimmer ist völlig unterdimensioniert. Es ist eine Katastrophe, dass sich nichts tut. Pläne für eine Erweiterung liegen seit mehreren Jahren vor. Leider wurden nie Gelder für dieses Projekt freigegeben. Ich finde es ärgerlich, diesen Zustand auszuhalten. Die Stadt eröffnet keinerlei Perspektiven. Das Hoba wird vernachlässigt. Dabei bietet diese humanistische Schule viel Einzigartiges, denn es ist das einzige altsprachliche Gymnasium in der Stadt. Außerdem pflegt die Schule schon seit Jahren eine Partnerschaft mit einer Schule in Israel. Die dadurch ermöglichten Begegnungen zwischen jungen Deutschen und Israelis halte ich gerade in der heutigen Zeit für besonders wertvoll und wichtig. Sie fördern gegenseitiges Verständnis und Toleranz und wirken solch schrecklichen Ereignissen wie jüngst in Halle sehr effektiv entgegen. Sie sehen: Am Hoba wird eine tolle Arbeit geleistet, trotz der räumlichen Einschränkungen, weil wir unglaublich engagierte Lehrer haben und Eltern, die sie unterstützen.“

Schildern Sie bitte die Faktoren, unter denen Schüler am meisten leiden. 

Katrin Korch: „Früher konnte das Hoba Räume in der Vincenti-Schule nutzen, schräg gegenüber. Doch seit diesem Schuljahr ist das nicht mehr möglich, da die Grundschule die Räume selbst benötigt. Deshalb müssen die Schüler teilweise Räume der Realschule nutzen. Das ,Wandern’ dorthin und der damit verbundene Verzicht auf die großen Pausen ist aus meiner Sicht eine Zumutung. Insbesondere auch, weil den Schülern keine Perspektive aufgezeigt wird, wann dieser Zustand ein Ende finden wird. Damit geht zudem der Verlust von Kommunikationsmöglichkeiten in den Pausen einher, auch mit den Lehrern.“

Die Aula ist aus Brandschutzgründen nicht für große Menschenmengen nutzbar. Hat die Stadt nun Ausweichmöglichkeit für Feierlichkeiten, Konzerte, Aufführungen angeboten?

Katrin Korch: „Ich habe erfahren, dass die Stadt nun eine Lösung gefunden hat. Darüber bin ich sehr erleichtert und freue mich, dass die Aula nun wieder für größere Veranstaltungen nutzbar ist!“

Jeder, der schon einmal eine Veranstaltung in der Aula erlebt hat, weiß: Dort herrschen hohe Temperaturen. Wurde schon einmal über den Einbau einer Klimaanlage nachgedacht?

Katrin Korch: „Die Aula ist ein kleiner Brutkasten im Sommer. Und dort müssen die Schüler ihre Abiturklausuren schreiben! Den Vorschlag, eine Klimaanlage einzubauen, haben wir schon vor Jahren dem damaligen Bürgermeister Geggus unterbreitet – ohne Erfolg.“

Inwieweit kümmert sich die Schulleitung um die anfallenden Probleme?

Katrin Korch: „Der Direktor, Herr Dr. Binder, hat Gespräche geführt, aber keine Zusagen seitens der Stadt erhalten.“

Nachtrag: Schulleiter Dr. Timon Binder hat am 21. Oktober in einer E-Mail an die Stadträte die Situation ebenfalls beschrieben, darin heißt es: „Es wurden viele perspektivreiche Gespräche mit verschiedenen Fachgebieten des Schulträgers geführt, bauliche Lösungsmöglichkeiten eruiert und erste Pläne erstellt. Im aktuellen Haushaltsentwurf sind aber – für uns überraschenderweise – keinerlei diesbzgl. Baumaßnahmen bzw. Investitionen für das Hohenbaden vorgesehen. Die bauliche Erweiterung ist mittlerweile für das Hohenbaden, das 2020 sein 150-jähriges Bestehen feiern wird, von existentieller Bedeutung. Wir bitten Sie daher höflich und eindringlich um Ihre wohlwollende Prüfung des Anliegens sowie um Ihre Unterstützung für einen Erweiterungsbau zum alten Gebäude, um die akute Raumnot zu beheben, mit den anderen Gymnasien diesbezüglich wettbewerbsfähig zu bleiben und das breite und vielfältige Bildungsangebot für die Jugend unserer Stadt und des Umlandes zu erhalten.“

Fotos: Ben Becher