Unterwegs, um älteren Menschen zu helfen: freie Fahrt für die Ape

01März
2019

In Baden-Baden sieht man die Passanten anerkennend lächeln, wenn das originelle Gefährt samt seines Fahrers durch die Straßen tuckert: Die „Ape“ hat Prof. Dr. med. Heinrich Liesen angeschafft, um damit ältere Menschen aus Alten- oder Pflegeheimen in die Stadt zu chauffieren. Nun hat er einen Erfolg zu feiern: 2019 darf er damit offiziell die Lichtentaler Allee befahren.

Die „Biene“ im Einsatz

Das cremefarbene Rollermobil mit drei Rädern hat schon vielen Menschen unverhofft schöne Momente geschenkt: etwa, wenn Heinrich Liesen in einem Altersheim Seniorinnen und Senioren, die nicht mehr gut zu Fuß sind, abholte und zu Kaffee und Kuchen in die Stadt einlud. „Ape“ ist italienisch und heißt Biene – und so nützlich wie die fleißigen Insekten ist auch dieser fahrbare Untersatz.

Älteren Menschen eine Ausfahrt ermöglichen

Legendär ist Liesens Einsatz bei Festen vergangenes Jahr auf dem Obstgut Leisberg. „Die Steigung ist für Menschen mit Herzerkrankungen oder Gehbehinderungen nicht zu bewältigen. Die Fahrt mit der Ape macht es ihnen aber möglich, am sozialen Leben der Stadt teilzunehmen“, sagt der Mediziner. „Es tut ihnen gut, rauszukommen, etwas zu erleben. Doch oft ist das für Senioren zu beschwerlich. Mit der Ape kann ich hier helfen“, freut sich Liesen. Kein Wunder also, dass er beim Obstgutfest von früh bis spät im Einsatz war.

Erst Ärger mit der Polizei...

Liesen hatte sich bereits vergangenes Jahr bei der Stadt um eine Ausnahmegenehmigung bemüht, um die Lichtentaler Allee in allen Bereichen befahren zu dürfen, auch im Bereich der Museen. Zuvor hatte es Probleme gegeben: Er durfte, laut Polizei, die Lichtentaler Allee beim LA 8, der Kunsthalle, dem Frieder-Burda- und Stadtmuseum nicht befahren. Dafür benötige er eine Sondergenehmigung von der Stadt, hieß es.

...dann endlich grünes Licht

Anfang Februar bekam er nun schließlich Post vom Fachbereich Ordnung und Sicherheit. Darin ist zu lesen, dass er nun mit der Ape gehbehinderte oder in der Bewegung eingeschränkte Personen zu karitativen Zwecken durch die Allee befördern darf.

Bürgermeister Roland Kaiser lenkte ein

Die Fahrt durch unseren wunderschönen Park ist ein besonderer Moment, von dem Liesens Gäste noch lange erzählen. „Es ist einfach, Menschen eine Freude zu bereiten. Mit der Ape kann ich das. Und ich freue mich, dass ich durch die Vermittlung des Bürgermeisters Roland Kaiser jetzt nicht mehr eingeschränkt bin.“

Befördert werden die Passagiere natürlich kostenlos. Gültig ist diese Regelung zunächst bis Ende 2019. „Dann wird man weitersehen“, freut sich Liesen.