DIE FÄLSCHER: „Bar jeder Realität“

19Dezember
2016

Noch immer schlägt die Gemeinderat-Abstimmung zum Kredit für den Ankauf des Festspielhauses hohe Wellen. Martin Ernst stimmte dagegen (mit nachvollziehbaren Gründen, siehe dazu unten).

Nun prügeln die Großmeister des Kommentars in der Stadt auf ihn ein: Martin Ernst sei zu dumm um korrekt zu lesen und verstünde das Wort „muss“ nicht. Es ist die immer wiederholte Geschichte in Baden-Baden: wer weiter denkt als die Kleingeister der Mehrheit im Gemeinderat wird gezielt gemobbt, missverstanden und mit Hohn und Spott übergossen.

Wer sind nun die Herren, die auftragsgemäß mit Dreck werfen, wenn man es ihnen sagt? Der eine heißt Florian Krekel und gehört zum BT. Und ganz offensichtlich kann und will er weder richtig hören noch lesen. Stattdessen kommentiert er im Badischen Tagblatt etwas, was es so nicht gab und bewertet Fakten, die er praktischerweise erfunden hat. Und selbstverständlich hat er (wie eben üblich in der Baden-Badener Presse) auch nicht vorsichtshalber mit dem von ihm beschimpften Martin Ernst gesprochen. Warum auch: er weiß es eh schon besser.

Gut, Krekel mag möglicherweise weder die Wählergemeinschaft der Freien Bürger Baden-Baden (FBB) noch Martin Ernst. Der ist immerhin gewählter Stadtrat für die FBB im Gemeinderat.

Stattdessen kommentiert Herr Krekel im BT etwas, was von Ernst nicht gesagt wurde und kritisiert eine angebliche Stellungnahme von Herrn Ernst, die so niemals formuliert wurde.

Ähnliches geschah übrigens auch auf einer Internet-Seite, die sich lustigerweise nach dem römischen Gott der Händler, Diebe und Betrüger mercurius nennt und auf der ein gewisser Herr B. gelegentlich Wünsche an einen Weihnachtsmann formuliert (tatsächlich!). Herr B. ist ein ehemaliger SWR-Mann, der aus welchen Gründen auch immer dort vom Hof gejagt wurde. Er wünscht sich was und zwar dieses: „ich wünsche mir für den Baden-Badener FBB-Stadtrat Martin Ernst eine schöne Ausgabe des Buches „Wie ich Verträge richtig lese – und wie ich sogar ihren Inhalt verstehe“. So ist der fabelhafte Herr B. Was wir Herrn B. wünschen, soll hier vornehmerweise verschwiegen werden.

Was will Ernst? Warum stimmte Martin Ernst gegen den Kredit für den Ankauf des Festspielhauses? Und warum würde er wieder so abstimmen? Ernst will, dass sich die Stadt Baden-Baden nicht übernimmt. Ernst will (natürlich!!) das tolle Programm Festspielhaus für Baden-Baden erhalten. Er will jedoch nicht, dass die Stadt von den Kosten der Immobilie Festspielhaus erdrückt wird. Denn das wird unweigerlich geschehen, wenn Baden-Baden Eigentümer der Immobile Festspielhaus wird. Denn es kostet mehrere Millionen Euro pro Jahr, um das Festspielhaus (unser aller Festspielhaus, jawohl!) zu erhalten, spielbereit zu erhalten. Kann die Stadt das auf Dauer? Ernst meint Nein! Das kann eine Kleinstadt wie Baden-Baden leider nicht allein stemmen.

Vielmehr muss hier (egal wer) jemand als Käufer eintreten, der sich das leisten kann. Normalerweise macht das Bundesland Baden-Württemberg dieses. Es unterstützt jährlich mit ca. 190 Millionen Euro die großen Bühnen im Land. Das Festspielhaus ist die mit Abstand größte Bühne im Land. Warum sollte das Land hier nicht eintreten? Die Stadt, sagt Martin Ernst im Gemeinderat, kann das nicht. Die Stadt Baden-Baden würde sich auf eine peinliche Art überheben. Klar, die Stadt hat eine (juristische) Verpflichtung, notfalls (!!!) das Festspielhaus anzukaufen. Deshalb muss die Stadt jetzt mit aller Macht dafür sorgen, dass das Land oder die Stifter oder kombiniert alle zusammen eintreten: vielleicht Stadt, Land und Stifter, vielleicht unter dem Dach der neu zu verhandelnden Bäder- und Kurvervewaltung (BKV). Und nochmals: die Stadt hat jetzt einen Kredit in einigen Jahren beschlossen, für den sie weit über 300.000,- Euro Bereitstellungsgebühren zahlen muss, wenn es zu einer Lösung kommt, bei der die Stadt nicht Eigentümer des Festspielhauses wird. Wieder einmal rausgeschmissenes Geld, weil es doch in jedem Fall zu einer Lösung für das Festspielhaus kommen muss, bei der Baden-Baden eben nicht der Eigentümer der Immobilie wird, weil die Stadt es nicht bringen kann.

Klingt das zu kompliziert für die Fälscher? Ganz offensichtlich.

Wenn Sie nachlesen wollen, Bitte sehr:

Foto: Ben Becher